Müssen die Nut/Feder-Verbindungen bei calciumsulfatgebundenen Fertigteileestrichen vollständig verklebt sein oder genügt ein punktueller Kleberauftrag?

Bei calciumsulfatgebundenen Fertigteilestrichen müssen Nut und Feder Verbindungen vollflächig und durchgehend verklebt werden. Erst dadurch entsteht eine geschlossene, lastabtragende Scheibe, die Punktlasten gleichmäßig verteilt und Relativbewegungen im Fugenbereich verhindert. Werden die Verbindungen nur punktuell oder lückenhaft verklebt, kommt kein ausreichender Kraftschluss zustande. Die einzelnen Elemente können dann gegeneinander arbeiten, wodurch die Scheibenwirkung deutlich geschwächt wird. In der Folge können vertikale Bewegungen auftreten, die sich unter anderem durch Knarrgeräusche bemerkbar machen. Gleichzeitig steigen die Schub- und Zugspannungen im Bereich der Fugen an, was bis zu Ausbrüchen an den Nutkanten führen kann. Diese Bewegungen können sich zudem auf starre Spachtelschichten übertragen und dort Rissbildungen verursachen, die sich bis in den Oberbelag fortsetzen. Zudem können wasserhaltige Spachtelmassen oder Klebstoffe in diese Bereiche eindringen und Quellungen sowie Randaufwölbungen begünstigen. Aus technischer Sicht ist deshalb die vollumfängliche Verklebung zwingend sicherzustellen.

Foto Region Rottweil

Abbildung: Nur punktuell verklebter Fertigteilestrich im Nut- und Federbereich